Glossar
B
Barrierefreies Bauen
Barrierefreies Bauen bedeutet, Gebäude so zu gestalten, dass sie für alle Menschen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.
Bauabnahme
Die Bauabnahme ist die Erklärung des Bauherrn, dass er die erbrachte Bauleistung als im Wesentlichen vertragsgemäß anerkennt.
Bauantrag
Der Bauantrag ist der formale Antrag auf Erteilung einer Baugenehmigung. Er besteht aus dem eigentlichen Antragsformular und den Bauvorlagen — jenen Unterlagen, anhand derer die Behörde das Vorhaben prüft.
Bauen im Bestand
Bauen im Bestand umfasst alle Baumaßnahmen an vorhandenen Gebäuden — von der energetischen Sanierung über Umbau und Anbau bis zur Aufstockung und Umnutzung.
Baugenehmigung
Die Baugenehmigung ist der Bescheid der Bauaufsichtsbehörde, mit dem die öffentlich-rechtliche Zulässigkeit eines Bauvorhabens festgestellt wird.
Bauherr
Bauherr ist, wer ein Bauvorhaben auf eigene Verantwortung vorbereitet, ausführen lässt und dafür rechtlich einsteht.
Baukostenindex
Der Baukostenindex bildet die Entwicklung der Preise für Bauleistungen im Zeitverlauf ab.
Baukostenkalkulation
Die Baukostenkalkulation ermittelt die voraussichtlichen Kosten eines Bauvorhabens und schreibt sie über den gesamten Projektverlauf fort.
Bauleitung
Die Bauleitung verantwortet die ordnungsgemäße Ausführung eines Bauvorhabens auf der Baustelle.
Baurecht
Das Baurecht umfasst sämtliche Rechtsnormen, die die Zulässigkeit und Ausführung von Bauvorhaben regeln.
Bauträger
Ein Bauträger erwirbt ein Grundstück, entwickelt und bebaut es auf eigene Rechnung und verkauft Grund und Gebäude anschließend gemeinsam an den Erwerber.
Bauwerksabdichtung
Die Bauwerksabdichtung schützt Bauteile vor eindringendem Wasser — insbesondere erdberührte Wände und Bodenplatten, aber auch Nassräume, Balkone und Terrassen.
Bauzeitenplan
Ein Bauzeitenplan ordnet sämtliche Vorgänge eines Bauvorhabens zeitlich und legt fest, welche Arbeiten voneinander abhängen.
Bebauungsplan
Der Bebauungsplan ist die verbindliche Bauleitplanung einer Gemeinde und legt für ein bestimmtes Gebiet rechtsverbindlich fest, was dort gebaut werden darf.
Betongüte
Die Betongüte beschreibt die Eigenschaften eines Betons in genormten Klassen — vor allem seine Druckfestigkeit und seine Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse.
Bewehrung
Die Bewehrung ist der in den Beton eingelegte Stahl, der dort Kräfte aufnimmt, wo der Beton allein versagen würde — vor allem Zug- und Querkräfte.
Bodenplatte
Die Bodenplatte ist die flächige Gründung eines Gebäudes: Sie nimmt die Lasten der aufgehenden Konstruktion auf und verteilt sie gleichmäßig in den Baugrund.
Brandschutz im Bauwesen
Brandschutz im Bauwesen verfolgt zwei Schutzziele: Menschen müssen ein brennendes Gebäude rechtzeitig verlassen können, und die Feuerwehr muss wirksam löschen können. Alles Weitere leitet sich daraus ab.
C
E
Erschließung
Die Erschließung stellt die Verbindung eines Grundstücks mit den öffentlichen Verkehrs- und Versorgungsnetzen her.
Estrich
Estrich ist die Schicht zwischen Rohdecke und Bodenbelag. Er schafft eine ebene, tragfähige Fläche, verteilt die Nutzlasten und nimmt in der Regel die Fußbodenheizung auf.
F
G
Gebäudeenergiegesetz (GEG)
Das Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG, bündelt die energetischen Anforderungen an Gebäude in Deutschland in einem einzigen Regelwerk.
Generalübernehmer
Ein Generalübernehmer schuldet dem Bauherrn das komplette Bauwerk, erbringt dabei aber keine eigene Bauleistung, sondern vergibt sämtliche Gewerke an ausführende Unternehmen weiter.
Generalunternehmer
Ein Generalunternehmer übernimmt gegenüber dem Bauherrn sämtliche Bauleistungen eines Vorhabens und führt einen wesentlichen Teil davon mit eigenem Personal aus.
Geschosswohnungsbau
Geschosswohnungsbau bezeichnet die Errichtung von Wohngebäuden mit mehreren übereinanderliegenden Vollgeschossen, in denen voneinander getrennte Wohneinheiten liegen.
Gewährleistung am Bau
Die Gewährleistung verpflichtet das ausführende Unternehmen, Mängel zu beseitigen, die nach der Abnahme auftreten, deren Ursache aber bereits bei der Übergabe vorlag. Der Gesetzgeber spricht von Mängelansprüchen.
Gewerbebau
Gewerbebau umfasst Gebäude, die gewerblich genutzt werden — vom Handwerksbetrieb über Verwaltungsgebäude und Handelsflächen bis zu Werkstätten und Lagern.
Graue Energie
Graue Energie bezeichnet die Energiemenge, die für Herstellung, Transport, Einbau, Instandhaltung und Entsorgung eines Baustoffs aufgewendet wird — also alles außerhalb des eigentlichen Gebäudebetriebs.
Grundriss
Ein Grundriss stellt ein Gebäude im waagerechten Schnitt dar, üblicherweise etwa einen Meter über der Fußbodenoberkante. Sichtbar werden dadurch Wände, Stützen, Türen, Fenster und die Anordnung der Räume.
H
Hallenbau
Hallenbau bezeichnet die Errichtung eingeschossiger Gebäude mit großen, möglichst stützenfreien Flächen — für Produktion, Lager, Handel, Landwirtschaft oder Sport.
Holzhybridbau
Holzhybridbau bezeichnet Konstruktionen, die Holz gezielt mit Beton oder Stahl kombinieren, statt sich auf einen Baustoff festzulegen.
I
Industriebau
Industriebau bezeichnet die Errichtung von Gebäuden für Produktion, Verarbeitung und Lagerung. Die entscheidende Besonderheit: Nicht das Gebäude gibt die Nutzung vor, sondern der Produktionsprozess bestimmt das Gebäude.
Innenausbau
Der Innenausbau umfasst alle Arbeiten, die aus einem geschlossenen Rohbau ein nutzbares Gebäude machen. Dazu zählen die technische Gebäudeausrüstung, nichttragende Wände, Estriche, Putze, Türen und sämtliche Oberflächen.
K
Kernsanierung
Bei einer Kernsanierung wird ein Gebäude bis auf seine Tragstruktur zurückgeführt und anschließend vollständig neu aufgebaut.
KfW-Effizienzhaus
Der Begriff Effizienzhaus beschreibt den energetischen Standard eines Gebäudes im Verhältnis zu einem gesetzlich definierten Referenzgebäude.
Kreislaufgerechtes Bauen
Kreislaufgerechtes Bauen verfolgt das Ziel, Baustoffe nach dem Ende ihrer Nutzung nicht zu entsorgen, sondern erneut zu verwenden.
L
Lebenszykluskosten
Lebenszykluskosten erfassen sämtliche Kosten, die ein Gebäude über seine gesamte Lebensdauer verursacht — von Planung und Errichtung über Betrieb, Instandhaltung und Umbau bis zur Verwertung am Ende.
Leistungsphasen der HOAI
Die Leistungsphasen der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure gliedern die Planungsarbeit an einem Bauvorhaben in neun aufeinander aufbauende Abschnitte.
Luftdichtheit & Blower-Door-Test
Luftdichtheit bezeichnet die Eigenschaft der Gebäudehülle, unkontrollierten Luftaustausch zwischen innen und außen zu verhindern.
M
Massivbau
Der Massivbau ist eine Bauweise, bei der flächige Bauteile aus Mauerwerk oder Beton zugleich tragen, raumbildend wirken und die Gebäudehülle schließen.
Mehrfamilienhaus bauen
Ein Mehrfamilienhaus ist ein Wohngebäude mit mindestens drei abgeschlossenen Wohneinheiten, die jeweils über einen eigenen Zugang und eigene Sanitär- und Küchenanschlüsse verfügen.
N
Nachhaltiges Bauen
Nachhaltiges Bauen bezeichnet einen Planungs- und Bauansatz, der ein Gebäude über seinen gesamten Lebenszyklus betrachtet — von der Herstellung der Baustoffe über Nutzung und Instandhaltung bis zum Rückbau.
Nutzungsänderung
Eine Nutzungsänderung liegt vor, wenn ein Gebäude oder ein Gebäudeteil anders genutzt werden soll als ursprünglich genehmigt — etwa wenn aus einer Lagerhalle Produktionsfläche wird oder aus einem Bürogebäude Wohnraum.
P
Primärenergiebedarf
Der Primärenergiebedarf beschreibt die gesamte Energiemenge, die für den Betrieb eines Gebäudes aufgewendet werden muss — einschließlich der Verluste bei Gewinnung, Umwandlung und Transport des Energieträgers.
Projektentwicklung
Projektentwicklung bezeichnet den Prozess, in dem Standort, Nutzungskonzept und Kapital zu einem wirtschaftlich tragfähigen Immobilienprojekt zusammengeführt werden.
Q
R
Revitalisierung
Revitalisierung bezeichnet die umfassende Aufwertung eines bestehenden Gebäudes mit dem Ziel, es baulich, technisch und wirtschaftlich wieder marktfähig zu machen.
Rohbau
Der Rohbau umfasst die tragende Grundkonstruktion eines Gebäudes: Gründung, Wände, Decken, Treppen und Dachtragwerk.
S
Schlüsselfertigbau
Schlüsselfertigbau bezeichnet die Bauweise, bei der ein einziger Anbieter ein Bauvorhaben von der Ausführungsplanung bis zur bezugsfertigen Übergabe verantwortet.
Serielles Bauen & Modulbau
Serielles Bauen bezeichnet die Errichtung von Gebäuden aus weitgehend standardisierten, industriell vorgefertigten Bauteilen.
Skelettbau
Beim Skelettbau übernehmen Stützen und Träger die gesamte Lastabtragung, während die Wände nur raumbildend und hüllend wirken.
Smart Home
Smart Home bezeichnet die Vernetzung von Gebäudetechnik — Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Verschattung, Zutritt und Sicherheit — zu einem System, das zentral gesteuert und automatisiert werden kann.
Stahlbeton
Stahlbeton ist ein Verbundwerkstoff aus Beton und eingelegtem Betonstahl. Er nutzt die Stärken beider Baustoffe: Beton nimmt Druckkräfte hervorragend auf, versagt jedoch schon bei geringer Zugbeanspruchung.
U
U-Wert
Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme ein Bauteil pro Quadratmeter Fläche und pro Grad Temperaturunterschied zwischen innen und außen verliert. Die Einheit lautet Watt pro Quadratmeter und Kelvin.
Umbau, Anbau & Aufstockung
Eine Aufstockung erweitert ein Gebäude nach oben, indem ein zusätzliches Geschoss auf die vorhandene Konstruktion gesetzt wird.
V
W
Wärmebrücke
Eine Wärmebrücke ist ein Bereich der Gebäudehülle, an dem deutlich mehr Wärme nach außen gelangt als in der ungestörten Fläche.
Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
Ein Wärmedämmverbundsystem, kurz WDVS, ist eine außen auf die tragende Wand aufgebrachte Dämmschicht, die mit einer Armierungs- und Putzschicht abgeschlossen wird.
Wohnfläche und Nutzfläche
Die Wohnfläche beschreibt die anrechenbare Grundfläche der Räume einer Wohnung und wird in Deutschland üblicherweise nach der Wohnflächenverordnung ermittelt.
Wohnquartier
Ein Wohnquartier umfasst mehrere Wohngebäude, die gemeinsam mit Freiflächen, Wegen und ergänzender Infrastruktur eine räumlich und funktional zusammenhängende Einheit bilden.